Leidenschaft Fotografie – Kleine Stories

Der Kaufentscheid

Wir schreiben das Jahr 2010. Die Bilder von meinem Smartphone taugen einfach nichts – eine Kamera muss her. Nun gut, welches ist das richtige Modell? Nicht ganz so einfach. Nach einer Beratung im Fachgeschäft habe ich meine Entscheidung getroffen. Eine Canon 500D, die passt für den Anfang. Im Paket enthalten sind Objektive 18-55mm 1: 3,5-5,6 und einem Telezoomobjektiv 70-300 1: 4-5,6.

Mittlerweile ist mein Equipment gewachsen und wächst noch weiter.
Mehr findet Ihr unter Equipment.

Ein Grundkurs zum Start

Die ersten Bilder waren geschossen und die Erkenntnis, wie viele Möglichkeiten und Einstellungen es gibt, wurde erlangt. Aber wie hole ich mehr aus der Kamera heraus – ich muss ein Grundkurs bei Photocube absolvieren. Danach war es um mich geschehen, die Leidenschaft zu fotografieren wurde in mir geweckt.

RAW-Format

Im Gegensatz zu der Meinung vieler, entstehen meine Bilder zu 90% in der Kamera. Mit analogen Filtern kann man aufwendige Arbeit am Computer vermeiden. Durch die richtigen Einstellungen, wie Belichtungszeit, Blendenöffnung, ISO usw. an der Kamera, wird der Computer nur noch für den Feinschliff und die Archivierung der Bilder eingesetzt.
Moderne Kameras nehmen Rohbilder (RAW) auf. Diese werden dann in den RAW- Konvertern, z.B. bei mir im Einsatz «Lightroom», entwickelt. Somit lassen sich sämtliche Farb- und Tiefeninformationen im Endbild vereinen.

RAW BildRAW Bild
EntwikeltEntwickeltes Bild

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Die schönsten Lichtstimmungen einfangen ist eine Kunst. Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Die Kamera voreingestellt, der Kopf klar und die Sicht gut. Denn die schönsten, manchmal ziemlich unrealistischen Lichtstimmungen sind in der Regel nur für ganz kurze Zeit ersichtlich, wenige Minuten oder manchmal gar Sekunden können entscheidend sein. Deshalb sollte man die Kamerabedienung Blind beherrschen. Somit erspart man sich den Ärger den Moment zu verpassen oder die falschen Einstellungen getroffen zu haben. Letzteres natürlich erst Zuhause am Computer.

Wichtig: Die 6D immer scharf wie ein Revolver eingestellt, Motiv erkennen, letzte Feineinstellungen vornehmen und Abschuss!

Leidenschaft in seiner schönsten Form

Sommer 2013 – Wetterprognose war super, Ausrüstung gereinigt und im Rucksack verstaut. Kräfteschonend früh ins Bett und Wecker auf 00:30 Uhr eingestellt. Aufgewacht und ab ins Auto Richtung Wasserauen. In dunkelster Nacht begann die Wanderung Richtung Schäfler. Den Weg, den ich Tagsüber einigermassen kenne, beleuchtete ich mit einer Taschenlampe. Dank unserer fortgeschrittenen Technik konnte ich mittels iPhone stetig prüfen, ob ich richtig bin und wie der Weg weiter verläuft.

Unterwegs traf ich die verschiedensten Naturschauspiele an. Eine liegende verrückt wiederkäuende Kuh, am Mond vorbeiziehende Wolken oder die wunderschöne Aussicht ins Tal. Genug Zeit war vorhanden, um Pausen einzulegen und diese Vielfalt an Motiven aufzunehmen.

nächtliches Wiederkäuen Blick ins Tal

In solcher Dunkelheit, im Restlicht vom Mond wird fotografieren zu einer Herausforderung. Aber mit dem Einsatz des passenden Objektiv entstehen atemberaubende Bilder. Solche Bilder sind sehr zeitintensiv, da die Belichtungszeit meistens weit über fünf Minuten dauert.

Auf halben Weg, den Gipfel schon förmlich greifend, häuften sich die Wolken vor mir und wurden immer grösser und dichter. Eine Angst bannte sich, dass der Ausflug ein Flop werden könnte. Doch so ist das beim Fotografieren. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Manchmal hilft einem nur noch die Geduld oder nach einigen Stunden die Erkenntnis einen neuen Anlauf an einem anderen Tag vorzunehmen.

Zwanzig Minuten vor Sonnenaufgang bin ich auf dem Gipfel angekommen. Nach den Strapazen des strengen Aufstiegs stärkte mich ein mitgebrachter Snack. Ich schoss ein paar Aufnahmen von der herrlichen Aussicht. Doch schnell bestätigte sich meine Angst und ein Wolkenband blieb vor der Sonne stehen. Also widmete ich mich dem Säntis. Es bot sich ein mächtiges Schauspiel aus Licht und Schatten an. Zuerst strahlte das Licht ganz sanft durch die Wolken auf ein kleines Stück der Landschaft. Drei Minuten später strahlte die gesamte Berglandschaft im typischen morgendlichen Licht. Da war Sie wieder, die Erkenntnis mit etwas Geduld trotzdem noch geniale Bilder vor die Linse zu kriegen und so war mein Tag gerettet.

Wolkenloch

Die selbe Erfahrung machte ich bei einem Fotoshooting im Freien. Ziel waren Aufnahmen von einem Subaru Impreza vom Schumi. Am Morgen regnete es noch in Strömen, am Mittag bekam die Sonne immer mehr Platz und gegen Abend entstand eine einzigartige mystische Stimmung.

Subaru WRX STI IX

Manchmal muss man am richtigen Ort nur noch auf die richtige Zeit warten.

Baby Fotoshootings

Am 14. Oktober ist unser Sohn Jerome auf die Welt gekommen, was der wahrscheinlich schönste Moment meines Lebens war. Jeder, der dieses Glück erleben durfte, weiss aber auch wie zeitintensiv es mit so einem kleinen Lebewesen sein kann.

Ausflüge mit der Kamera musste ich ein wenig zurückschrauben. Denn ein 100% Job als Chauffeur
frisst Zeit und die übrig gebliebene möchte man mit seinem Sohn verbringen. Die Kamera konnte aber nicht lange ausruhen, denn mit Jerome öffneten sich wieder ganz neue Tore der Fotografie.

Somit machten wir einige Fotosessions mit unserem Jungen. Von Mal zu Mal entstanden bessere Portraitaufnahmen. Klar wollte er nicht immer, manchmal half eine kurze Pause mit Shoppen trinken und ein anderes Mal funktionierte es gar nicht, was aber nicht schlimm war.

Als die Tochter der Nachbarn Nayla-Esaia bei uns den Rasen anfangs noch ganz skeptisch untersuchte, holte ich schnell die Kamera. Spontan schoss ich ein paar Bilder von Ihr und entwickelte diese am
selben Tag. Das Beste wurde eingerahmt und brachte diese am Abend den Eltern vorbei. Die Reaktion der Mutter war wunderschön für mich, sie konnte es kaum glauben und flippte vor Freude fast aus.

Solche Momente geniesse ich als Fotograf, wenn die geleistete Arbeit, eine so herzhafte Reaktion auslöst.

Valentina mit PapaValentina, die Tochter eines befreundeten Paares, durfte ich ebenfalls ablichten. An einem Sonntag habe ich die frischgebackenen Eltern besucht,
mit viel Zeit und Geduld im Gepäck. Verschiedene Kleider, verschiedene Hintergründe, zwischendurch wieder kleine Pausen um die Kleine zu stillen und zu wickeln. Valentina war an diesem Morgen richtig gut drauf und hat so Einiges mit sich anstellen lassen. Sie konnte die kuriosesten Posen einnehmen, was sich dementsprechend stark auf die Bilder auswirkte.

Jerome ist da herausfordernder, was aber nicht schlimm ist. So sind Menschen, es sind Individuen mit eigenem Charakter auf die man als Fotograf eingehen und gleichzeitig den eigenen Willen respektieren und akzeptieren muss. Das gleiche Gilt auch für die Natur, stets unberechenbar und nicht zu kontrollieren. Es bleibt weiterhin spannend.

Jerome